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20.05.2006   11:51 Uhr

Kampfmaschinen

Roboter zum Appell

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Klaus Schilling von der Universität Würzburg trat mit "Outdoor Merlin" an. Das Gerät mit einem 2-PS-Elektromotor konstruierten er und seine Mitarbeiter gemeinsam mit dem Steinbeis Transferzentrum und der EADS in nur eineinhalb Jahren. Die Vorarbeiten dafür reichen jedoch weit zurück. "Mitte der neunziger Jahre haben wir ein Fahrzeug für einen Ausflug auf den Mars entwickelt", sagt Schilling. Doch dann sagten die Europäer ihre Mars-Mission ab, und Schilling verlegte sich darauf, Transportroboter für die Industrie und elektrische Rollstühle zu konstruieren. Bei letzteren sei es auf Zentimeter genaues Rangieren angekommen und das komme nun Merlin zugute.

So gelang es auf dem Parcours in Hammelburg, das 46 Zentimeter breite Gerät durch eine nur wenige Zentimeter breitere Gasse zu navigieren. Entscheidend dabei seien die Infrarotsensoren an Bord gewesen. Neben ihnen setzte Merlin über Ultraschallgeräte, Kameras und einen Kreisel ein, um Position und Lage zu bestimmen. "Die Kunst besteht darin, die Daten zusammenzubringen und auszuwerten", sagt der Professor für Informatik. Wie lässt sich ein Hindernis von einem Schatten unterscheiden? Und wie erkennt die Software ein Loch im Fahrweg? Merlin setzt dafür hauptsächlich auf Kameras.

Laserscanner mit Nachtsicht

Andere Roboter wie Kurt oder das Gefährt von der Größe eines Golf-Karts, das die Universität Hannover vorstellte, orientierten sich dagegen mit Laserscannern. Dabei wird ein Laserstrahl in schnellem Wechsel in möglichst viele Richtungen geschickt, aus den Reflexionen ergibt sich dann ein Bild davon, wo Hindernisse stehen. "Anders als bei Kameras funktioniert das auch im Dunkeln und bei Nebel", sagt Bernardo Wagner von der Universität Hannover. Neben den Laserscannern hatte das 350 Kilogramm-Ungetüm Umdrehungssensoren in den Rädern, Kamera, Kreisel und ein Gerät zur Satellitennavigation an Bord. Doch trotz der vielen Hightech blieb das Vehikel einmal im Kies hängen.

Die kommerziellen Roboter zeigten in Hammelburg weniger Ausfälle. Die meisten von ihnen waren keine Forschungsfahrzeuge mehr, sondern bereits ausgereifte Produkte. Etwa Asendro, den die Berliner Firma Robowatch zusammen mit Diehl entwickelt hat. Das 45 Kilogramm schwere Gefährt gleicht einem kleinen Panzer. Mühelos meisterte es die Treppe in eines der Häuser, öffnete mit seinem Greifarm ein Schränkchen und suchte darin einen der roten Kanister.

Vieles, was in Hammelburg gezeigt wurde, ist für die Bundeswehr auf jeden Fall hoch interessant. Zwar setzt das Heer seit Jahren unbemannte Drohnen etwa für Aufklärungsflüge ein, doch dass Maschinen einmal wie in Hammelburg autonom ein Gelände erkunden, ist die Zukunft, von der die Militärs bislang noch träumen.


(SZ vom 20.5.2006)


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